Die Sozialhilfe ist letztes soziales Netz und sollte wesentliches Instrument der Armutsbekämpfung sein und der sozialen Absicherung dienen, wenn die Systeme davor versagen bzw. nicht bedarfsadäquat und ausreichend ausgestaltet sind.
Die Armutskonferenz hat nun eine Studie vorgelegt, in der bundesweit Expert*innen der sozialen Praxis befragt wurden.

Dieser Schatten- und Wahrnehmungsbericht der Armutskonferenz zeichnet ein umfassendes Bild vom Zustand der Sozialhilfe in Österreich und benennt zentrale Herausforderungen in der Sozialhilfe: fehlende Unterstützung in Akutsituationen, nicht leistbare Wohnkosten, fehlende Härtefallregeln, lange Entscheidungsfristen und strukturelle Lücken im Vollzug. Menschen mit Behinderungen sind häufig in ihrer Selbstbestimmung eingeschränkt. Hinsichtlich der Absicherung bestimmter Personengruppen zeigen die quantitativen Ergebnisse, dass Menschen mit psychischen oder chronischen Erkrankungen, Personen mit Betreuungspflichten, selbstständig Erwerbstätige, Menschen in Ausbildung, von Wohnungsverlust betroffene Personen sowie Nicht-Österreicher*innen im System der Sozialhilfe besonders schlecht aufgefangen und unterstützt werden.
Zugleich äußert ein großer Teil der Expert*innen Zweifel daran, dass die Sozialhilfe in ihrer gegenwärtigen Ausgestaltung eine wirksame Armutsbekämpfung gewährleisten kann. In diesem Sinne braucht es keine noch schlechtere Sozialhilfe, sondern wirkliche Verbesserungen im System. Ohne Reformbedarf für eine bundesweit einheitliche Sozialhilfe droht eine Intensivierung von Armut, Not und Ausgrenzung.
Die Studie findet ihr hier.
