Wohnungslosigkeit erhöht Suizidrisiko bei Frauen massiv

Ende Mai warnte die Psychiatrische Fachgesellschaft in einer OTS-Aussendung davor, dass soziale Unsicherheit psychische Krisen massiv verstärken und insbesondere Wohnungslosigkeit das Suizidrisiko bei Frauen drastisch erhöht.

Wohnungslosigkeit kann nicht nur Folge psychischer Erkrankungen sein, sondern selbst ein erheblicher Risikofaktor für Suizidalität. Darauf weist die Österreichische Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (ÖGPP) anlässlich des Internationalen Aktionstags für Frauengesundheit am 28. Mai hin. Aktuelle internationale Daten zeigen insbesondere bei wohnungslosen Frauen ein deutlich erhöhtes Risiko für Suizid und Selbstverletzung.

Eine aktuelle Studie mit Datenanalysen von mehr als 5,1 Millionen Menschen über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren zeigte einen klaren Zusammenhang zwischen Wohnungslosigkeit und Suizidalität: Männer mit Erfahrung von Wohnungslosigkeit hatten ein mehr als doppelt so hohes Suizidrisiko als die Allgemeinbevölkerung, bei Frauen lag das Risiko fast viermal höher. Auch Selbstverletzungen traten bei wohnungslosen Menschen deutlich häufiger auf. Besonders alarmierend war die Situation bei aktuell wohnungslosen Frauen: Ihr Suizidrisiko war bis zu achtmal höher als jenes von Frauen, die bis dato noch keine Wohnungslosigkeit erlebt hatten. Die Studiendaten zeigten weiters, dass Wohnungslosigkeit neben psychiatrischen Erkrankungen und anderen sozialen Faktoren als eigenständiger Risikofaktor für Suizidalität anzusehen ist.

Umso wichtiger ist es, dass sich zeitnahe Wohnversorgungsangebote nach den speziellen Bedarfs- und Lebenslagen (siehe dazu die Studie zu obdachlosen Frauen mit psychischer Erkrankung in Salzburg) von Frauen richten und die Wohnungslosenhilfe entsprechend gendergerecht ausgestaltet wird – bestenfalls mit leistbaren Wohnungen und Housing First. Doch das wesentlichste Momentum liegt in der Prävention, hier ist insbesondere das Verhindern des Wohnungsverlustes in den Blick zu nehmen.

Die ganze Presseaussendung ist nachzulesen hier.

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