Ein Schritt zur Beendigung der Obdachlosigkeit: Saarland macht Housing First zur Regelleistung

Wohnen statt Wohnungslosigkeit verwalten: Ab 2027 soll Housing First im Saarland dauerhaft als gesetzliche Leistung verankert werden. Damit wird ein erfolgreich erprobtes Projekt in das Regelsystem der Wohnungslosenhilfe überführt und als gesetzliche Leistung verankert. Das Saarland wäre damit das erste deutsche Flächenland, das diesen Schritt setzt.

Das Prinzip: Menschen erhalten zuerst eine eigene Wohnung mit Mietvertrag. Begleitende soziale Unterstützung hilft, das Mietverhältnis zu sichern und weitere Lebensbereiche zu stabilisieren.

Der politische Schritt: Mit der Erklärung von Lissabon haben sich 2021 die EU-Mitgliedstaaten und weitere europäische Akteur dazu bekannt, bis 2030 auf die Beendigung der Obdachlosigkeit hinzuarbeiten. Die Erklärung fordert unter anderem, dauerhafte Wohnlösungen zu ermöglichen, Prävention zu stärken und Menschen nicht länger als notwendig in Not- und Übergangsunterkünften unterzubringen. Housing First entspricht diesem wohnungsorientierten Ansatz. Die Überführung in eine Regelleistung ist ein konkreter sozialpolitischer Umsetzungsschritt auf Landesebene – und damit ein Beispiel dafür, wie die europäische Zielsetzung in der Praxis aufgegriffen werden kann. Voraussetzung bleibt auch hier, dass ausreichend leistbarer Wohnraum und bedarfsgerechte soziale Unterstützung zur Verfügung stehen.

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