Wie schon berichtet, macht sich in der EU die Wohnungskrise immer drängender bemerkbar. In vielen EU-Ländern sind in den vergangenen Jahren die Mietkosten stark gestiegen, die Regierungen erleben einen starken politischen Handlungsdruck. So haben die Staats- und Regierungschefs beim letzten EU-Gipfel die EU-Kommission mit der konkreten Maßnahmenplanung für bezahlbares Wohnen beauftragt. Dieser Plan sollte in Kürze vorliegen.
Das Brüssel Büro der Arbeiterkammer Europa hat mit der Leiterin des EU-Büros der International Union of Tenants ein Interview darüber geführt, wie Wohnen zu einem zentralen politischen Feld auf europäischer Ebene wurde und was aus der Perspektive der Mieter:innen von den aktuellen Vorhaben zu erwarten ist. Zum Interview gehts hier.
In the meanwhile ist die Zahl der wohnungslosen Menschen in Deutschland stark gestiegen und hat laut der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. die Millionengrenze mit 1.029.000 Personen überschritten. Wir bleiben gespannt, wie mutig, sozial- und wirkorientiert der Plan dann ausgestaltet sein wird.
16.12.25 – die EU Kommission legt zum anvisierten Termin den „European Affordable Housing Plan“ vor. Ziel des Aktionsplans ist es, die Wohnungskrise in Europa durch vermehrten Neubau, gezielte Investitionen und strukturelle Reformen einzuhegen. Der Standard hat berichtet, Younion fordert Nachschärfung, damit Förderungen gezielt bei sozialem Wohnbau ankommen, die FEANTSA heißt gut, dass wohnungslose Menschen als eine der „most in need“ Gruppen genannt werden und sich Housing First im Plan wiederfindet. Bleibt abzuwarten, welche konkreten wirkorientierten Maßnahmen auf die Ankündigung folgen und ob und wann wir das im Hinblick auf Daten- und Bedarfslagen von obdach- und wohnungslosen Menschen sehen werden können.
